Obwohl wir den Sprint sehr kurzfristig und in der Vorweihnachtszeit angekündigt haben, war die Resonanz überwältigend. Frank Holldorf hat sich sofort bereit erklärt, den Sprint zu sponsern und uns drei Mitarbeiter aus Heidelberg zu schicken, darunter Daniel Wehner, den wohl bedeutendsten Views-Maintainer Europas.
undpaul aus Hannover ist mit drei Mitarbeitern dabei gewesen und wir hatten noch etliche andere, die eine weite Anreise auf sich genommen und sich den Spaß auch nicht durch massive Bahnverspätungen haben nehmen lassen. Aufgrund eines Personenschadens kamen die Erdfische Freitagnacht erst um 03:30 Uhr hier in Hamburg an.

Aus dem Code-Sprint wird ein Support-Sprint

Karsten hat den Codesprint mit agilen Methoden und als Openspace organisiert: Nach dem Frühstück haben wir im Plenum eine Findungsrunde gemacht: Wer sucht was / wer bietet was.
Überraschend für mich haben sich die meisten für Support und Dokumentation entschieden. Ich hätte eher erwartet, dass die meisten irgendwelche abgefahrenen Features in Views hacken wollen.

Daraufhin haben wir drei Teams gebildet:

  • Das Support-Team hat sich die Issue-Queue geschnappt. Um die Produktivität messen zu können, haben wir sämtliche bearbeiteten Issues mit dem Kürzel "dvcs11" (für Drupal Views Code Sprint 2011) getaggt.
  • Das Dokumenations-Team hat die Bereiche identifiziert, die sich speziell noch auf Views 2 beziehen, und daran weiter gearbeitet.
  • Das Usability-Team hat sich mit Fragen der Verbesserung und Zugänglichkeit der Bedienoberflächen beschäftigt. Die Präsentation der Ergebnisse und die Diskussion darüber im Plenum am Sonntagnachmittag war enorm spannend. Selbst an dem neuen Wizard beim Anlegen neuer Abfragen in Views 3 lässt sich noch eine Menge verbessern. In Kürze werden daraus Requests in der Issue-Queue entstehen.

Am Samstag um 13:00 und 17:00 Uhr haben wir kurze Standup-Meetings mit allen Teilnehmern durchgeführt. Jeder hat kurz berichtet, was er getan hat, was er weiter tun wird und ob er Hindernisse ("Impediments") hat, die ihn bei seiner Arbeit aufhalten. Impediments sind die wichtigste Information, da diese zuerst ausgeräumt werden müssen, bevor das Team im Ganzen die bestmögliche Produktivität erreichen kann.

Samstagabend gab es Pizza und Asia-Food für alle, powered by erdfisch.
Herzlichen Dank an dieser Stelle noch einmal nach Heidelberg!

Aus dem Support-Team haben sich dann doch einige Devs gelöst, um cooles Zeug zu coden:

  • Erstellung einer Views-Anbindung für Webforms
  • Suche über reguläre Ausdrücke in Views
  • Implementierung einer Rechteschicht für Entitys

Am Ende konnten wir auf ca. 300 bearbeitete Issues und 60 Commits für Views sowie 40 weitere für andere Module zurückschauen.

Ein Bericht von Daniel findet sich im Erdfisch-Blog

Muskelkater nach dem Codesprint

Am Sonntag haben wir das ganze noch mit etwas Sportprogramm aufgelockert. Zur Freude einiger holten wir unsere Nerf-Guns heraus und lieferten uns wilde Büroschlachten mit Schaumstoff-Munition, die beim Fliegen in der Luft so cool pfeifen.

Heute morgen habe ich an mir selbst Muskelkater im Po festgestellt. Warum? Von den ungewöhnlichen Ausweichbewegungen bei der Nerfgun-Battle ;-)


Danke an Thomas für die Aufnahme.

Codesprint TV

Während des Sprints habe ich mit einigen Teilnehmern kurze Interviews über ihre Beweggründe für die Teilnahme an einem Sprint und für Drupal im Allgemeinen geführt.

  • Die Mitarbeit an Drupal im Allgemeinen und Views im Besonderen wurde allseits als wichtig empfunden.
  • Es findet wechselseitiger Knowhow-Transfer statt.
  • Sprints stärken den Zusammenhalt und damit die Möglichkeit, in Projekten ohne lange Warmup-Phase schnell auf hohem Niveau miteinander arbeiten zu können.
  • Es macht irre Spaß...

Die Videos werden wir in Kürze online stellen. Die Botschaft war aber eindeutig: don't be shy, sei dabei...

Nicht nur für Nerds: Drupal Neulinge auf einem Views Sprint

Auf dem Sprint waren auch zwei TeilnehmerInnen dabei, die das erste Mal mit Drupal zu tun hatten. Nur dadurch hatten wir die Chance, unsere eigene Betriebsblindheit gegenüber den Drupal-Bedienoberflächen zu überwinden und diese an den allgemeinen Grundsätzen der Dialoggestaltung zu messen.

Vielen Dank an alle, die mit dabei waren:

Ihr wart großartig!