In der Hoffnung auf gutes Wetter hatten wir den Termin dieses Jahr auch einen knappen Monat später in den Juli gelegt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...

Insgesamt waren wir dieses Jahr ziemlich genau fünfzig Teilnehmer. Der größte Teil war die ganze Zeit über dabei. Manche sind erst zum Wochenende gekommen und einige wenige haben uns zum Wochenende schon wieder verlassen müssen.

Im Vorfeld war ich unsicher, ob mir eine Woche nicht zu lang ist. Nach dem Camp war ich mir hingegen sicher, dass mir ein Wochenende zu wenig gewesen wäre. Zumal Mittwoch im Wesentlichen ankommen & aufbauen und Sonntag nur noch frühstücken, abbauen & aufräumen angesagt war. Gegen 12:00 Uhr mussten wir den Platz wieder verlassen haben.

Einige hatten das Camp auch zum Co-Working für eigene Projekte genutzt.

Schön war auch, dass wir dieses Jahr einige Drupal-Beginner mit dabei hatten, die mal die Community beschnuppern und mehr über Drupal erfahren wollten. Sicherlich eine gute Gelegenheit!

Sessions

Auch dieses Jahr hatten wir kein festes Session-Programm im Vorfeld festgelegt, sondern morgens am Donnerstag, Freitag und Samstag ganz "unconferenced" mit allen Teilnehmern die Wünsche und Angebote sondiert haben.

Manche Sessions waren insofern wirklich adhoc: vollkommen situativ und ohne gesonderte Vorbereitung. Für Hauke hatte ich z.B. eine Session über Best-Practices von Display Suite und Panels gehalten, die ausreichend Raum für Diskussionen der Teilnehmer untereinander bot.

Für unsere kleine Drupal-Beginner-Runde hatte ich eine Einleitung in das Site-Building mit Drupal angeboten: in neunzig Minuten einen Abriss über Nodetypes, Fields, Taxonomie, Display Suite, Views und Panels. Diese Spontan-Session konnte ich verkürzt am Montag gleich noch einmal beim Treffen der Hamburger Usergroup halten, als ich für den zweiten Teil für Sven-Ingos Display-Suite-Session eingesprungen bin, weil Sven-Ingo terminlich verhindert war.

Markus Heurungs "Staging with git and drush"-Session hat mich besonders inspiriert um mich endlich mal mit Drush-Aliasen zu beschäftigen. Markus hat diese Session bereits im Juni auf dem DrupalCamp im Barcelona gehalten. Die Slides befinden sich hier.

Drush Aliase sind eine enorm hilfreiche Ergänzung unseres Deployments, mit der ich mich vergangene Woche nach dem Drupal-Camping recht intensiv beschäftigt habe. Ein Blogpost darüber ist bereits in Vorbereitung...

Networking

Vernetzung stand auch dieses Jahr wieder im Mittelpunkt. Wir haben eine Menge Rahmenprogramm gehabt:

  • Im Kletterpark in bis zu 13 Metern Höhe im vierten Rundlauf ca. 600 kcal verbrennen.
  • Mit einem Touareg und Amarok in der Autostadt über den offroad-Parcour düsen und Kraterwände hochklettern.
  • An zwei Vormittagen mit ein paar Leuten Squash spielen, von denen zwei nachher mit erheblichem Muskelkater zu kämpfen hatten. ;-)
  • Wir sind durch den Allersee geschwommen, haben Mitternachtsbaden veranstaltet und vieles mehr...

Beim abendlichen Grillen fanden sich dann regelmäßig wieder alle zusammen. Für das Grillen hat Dennis Brücke aka blackice2999 gleich zu Anfang die Messlatte hochgelegt, indem er für zwei Abende lecker zubereites Grillgut gesponsert hat.

Stephan Luckow, Meike Jung und andere(?) haben am Freitag Einkäufe und Essensvorbereitung übernommen und leckere Dinge auf dem Grill gezaubert.

Auch fachlich hat es sich für uns wieder gelohnt: Beim "informellen Drupal-Austausch" haben wir für zwei dringende Probleme in laufenden Projekten Lösungsansätze mitgenommen.

Fazit

Trotz fünf Tagen Klavierspielentzug war das wieder ein rundum gelungenes Event, das wir sicherlich auch im nächsten Jahr wieder veranstalten werden. Die Teilnehmer schienen alle sehr zufrieden zu sein. Für diejenigen, die einfach nicht gern campen, kam die Idee auf, nächstes Jahr Plätze in benachbart liegenden Pensionen anzumieten. So kann jeder an den Events teilnehmen und sich abends irgendwann in sein festes Bett zurück ziehen.

Alle haben klasse mitgemacht. Auch ohne formelle Organisiation haben sich immer Teilnehmer gefunden, die einkaufen gegangen sind, gegrillt haben und das Geschirr gespült haben. Selbst die Zigarettenkippen wurden am Ende fleißig wieder alle wieder aufgesammelt. Ich bin sicher, dass wir nächstes Jahr wieder auf den Zeltplatz kommen dürfen...

Um unsere Planungen für das kommende Jahr weiter verbessern zu können, haben wir einen Feedback Fragebogen ins Netz gestellt. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele die Chance nutzen uns ihr Feedback mitzuteilen! Nächstes Jahr hoffen wir an die fünfundsiebzig Teilnehmer heran zu kommen.

Learnings

Neben den vielen positiven Dingen haben wir auch ein paar Learnings in der Vorbereitung gehabt, die wir nächstes Jahr besser umsetzen können.

Nach dem Eindruck des ersten Jahres - ein Camp zu organisieren ist ja gar nicht so schwer - haben wir dieses Jahr ein paar Dinge unterschätzt.

Information ist Glückssache: Die Website

Mit der Website und dem Anmeldeprozess waren wir selbst sehr unzufrieden. Wir haben zwar ein Pilotprojekt gemacht und den Bestellvorgang über Drupal-Commerce implementiert. Ein Informations- und Kommunikations-Konzept haben wir im Vorwege jedoch nicht erstellt. In der Folge fehlten für die Teilnehmer wesentliche Angaben wie z.B. die Adresse des Campingplatzes auf der Seite. Es rächt sich jedes Mal aufs Neue, wenn man versucht interne Projekte "nebenbei" mit abzuhandeln...

"Wie, der Zeltplatz ist schon ausgebucht??": Kalender-Checkliste

Dieser Schrecken kam zum Glück nicht vor. Den Zeltplatz hatten wir ein Dreivierteljahr im Voraus reserviert.

Die Zusage unseres WLAN-Sponsors hatten wir auch schon sehr frühzeitig erhalten. Um die konkreten Absprachen habe ich mich jedoch erst am Wochenende vor dem Camp gekümmert. Das war dann doch plötzlich etwas hektisch. Zum Glück haben uns die Kollegen - insbesondere Max Günther - von Wireless Wolfsburg bestmöglich unterstützt, so dass die Teilnehmer davon hoffentlich gar nichts mitbekommen haben. Lieber Max, vielen Dank noch einmal an dieser Stelle!

Der organisatorische Aufwand ein Camp zu organisieren ist nicht über die Maßen groß. Aber bestimmte Dinge müssen sehr früh bzw. zu einem bestimmten Zeitpunkt organisiert werden.

Um keine negativen Überraschungen zu erleben ist es hilfreich, eine kalenderartige Checkliste mit folgenden und ein paar weiteren Dingen aufgestellt zu haben:

  • Zu wann ist der Zeltplatz zu reservieren?
  • Wann muss die Website mit der Anmeldung stehen?
  • Wann benötigen die Teilnehmer Ihre WLAN-Codes um sich rechtzeitig registrieren zu können? Wer kümmert sich um eine Anleitung?
  • Zu wann benötigen wir die Größenangaben für die T-Shirts von den Teilnehmern? Ab wann kann ein T-Shirt in passender Größe nicht mehr sicher gestellt werden?

T-Shirt Design will gelernt sein

Wir haben viel über die Produktion von T-Shirts gelernt ;-).

Es ist wichtig, dass sich T-Shirt-Drucker und Designer absprechen, welche gestalterischen Möglichkeiten von welchem Druckverfahren unterstützt werden. Es gibt unterschiedlich teure Druckverfahren von preiswert bis sehr teuer.

Thermotransferdruck ist das preiswerteste Druckverfahren, welches zwar kaum Einschränkungen bei Design nach sich zieht, nach mehreren Waschgängen aber verblasst und nur auf weißen oder sehr hellen T-Shirts möglich ist. Insofern ist ein einfarbiges Design besser, da man bei der Wahl der T-Shirtfarbe frei bleibt und halbwegs preiswerte Druckverfahren verwenden kann, die außerdem noch sehr waschbeständig sind.

Dieses Jahr sind es leider doch wieder die nicht waschbeständigen T-Shirts geworden.

Animations-Video: der Griff ins Klo

Anfang des Jahres hatten wir uns an einem winterlichen Sonntag-Nachmittag mit sechs Kollegen bei comm-press getroffen um das Video zu drehen. Wir hatten coole Ideen und hatten eine Menge Material erstellt, aus dem das eigentliche Video dann geschnitten werden sollte. Für die Produktion hatte sich jemand aus der Community bereit erklärt, der dann aber nach einiger Zeit zurück meldete, dass er doch keine Zeit dafür hat.

Unsere laufenden Projekte haben nicht zugelassen das Video inhäusig zu produzieren. So mussten wir dieses Jahr ohne ein pfiffiges Video auskommen. Mit einem coolen Video hätte man in der internationalen Community mehr Buzz erreichen können. Wirklich enttäuschend!

Beim nächsten Mal müssen wir entweder intern Ressourcen dafür abstellen oder externe Kosten für die Produktion einkalkulieren, damit es zuverlässig klappt.

With a little help from my friends: Danke an die Sponsoren

Wirklich gut hat die Kommunikation mit den Sponsoren funktioniert, die unser Camp auch dieses Jahr wieder großzügig unterstützt haben. Es waren nicht nur alle Kosten gedeckt und wir den Teilnehmern - trotz unserer moralischen Bedenken - auch leichtalkoholische Getränke zur Verfügung stellen konnten.

Finanziell sind sogar mit einem kleinen Plus rausgegangen und werden damit entweder das i18n-Camp nach der Münchener DrupalCon oder die Initiative "Views in Core" unterstützen können.

Herzlichen Dank an all die Sponsoren, die uns dieses tolle Camp ermöglicht haben:

Drupal-Camping Gold-Sponsoren Drupal-Camping 2012: Gold-Sponsor erdfisch
Drupal-Camping 2012: Gold-Sponsor DrupalCONCEPT
Drupal-Camping 2012: Gold-Sponsor erdfisch
   
Drupal-Camping Silber-Sponsoren Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Acquia Dev Cloud
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Arocom
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Bright Solutions
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Haase & Knels + Schweers
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Private Shirt
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor RERi Photovoltaikanlagen
Drupal-Camping 2012: Silber-Sponsor Wireless Wolfsburg
   
Drupal-Camping Individual-Sponsoren Stefan Borchert
Johannes Haseitl
Anja Schirwinski
Barbecue-Sponsor: Dennis Brücke
Coffee-Sponsor: Meike Jung

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