Dieses Jahr finden die Drupal Dev Days vom. 13. bis 19. April in Montpellier, Frankreich statt. Mit den nächsten drei Blogeinträgen möchte ich einen kurzen Einblick in das Geschehen vor Ort und interessante Beiträge zu Drupal 8 geben.

Teilnehmer der Drupal Dev Days 2015
Teilnehmer der Drupal Dev Days 2015

Was bisher geschah: Das abendliches Picknick auf der "promenade royale du Peyrou" am Mittwochabend als passender Abschluss für drei produktive Sprint-Tage, an denen gestandene Drupal-Veteranen und - mit Hilfe einer Einführungssession der betreuenden Sprint-Mentoren – auch Einsteiger an verschiedenen Stellen von Drupal 8 Core Fehler beheben, Tests schreiben und die an vielen Stellen noch unvollständige Dokumentation verbessern konnten.

Donnerstagmorgen beginnt der erste Tag mit Sessions und Workshops pünktlich um 9:30 Uhr mit der aus Vancouver eingeflogenen Angie Byron, die in der Keynote "The Evolution of the Drupal Community" über eine Retrospektive der wesentlichen Milestones und Ereignisse rund um Drupal in den letzten zehn Jahren die gegenwärtigen Diskussionen um Drupal 8 und seine technologischen Innovationen in einen historischen Kontext einordnet und feststellt: Es gab immer schon "Brüche" in Drupal, bspw. durch die – damals kontrovers diskutierte – Verwendung von JQuery und Form API, die Umstellung auf Git sowie die Einführung des Testbots.

Angie Byrons Keynote "The Evolution of the Drupal Community"
Angie Byrons Keynote "The Evolution of the Drupal Community"

Viele der grundlegenden strukturellen Veränderungen, die Drupal 8 mit sich bringt, sind eine Antwort auf in der Community geäußerte Defizite von Drupal und werden – im Wesentlichen im Rahmen von offiziellen und inoffiziellen Drupal 8 Initiatives – in der Community umgesetzt, während die Verzahnung mit bewährten "fremden" Technologien wie etwa Symfony, PHPUnit und Composer der Entwicklung von PHP und der PHP-Community Rechnung trägt und Drupal sowie der Drupal-Community langfristig sowohl Stabilität als auch Wachstum gewährleistet.

Mit "Migration to Drupal 8: Introduction" stellt Leon Cros vor, wie Webseiten, die bisher mit Drupal 6 oder Drupal 7 laufen, auf Drupal 8 migriert werden können. Dafür wird es, sofern die bestehende Installation mehr als reine von Drupal Core bereitgestellte Funktionalitäten aufweist, sinnvoll sein, eine neue Webseite auf Basis von Drupal 8 zu erstellen, die gewünschten Funktionalitäten auf der neuen Basis zu reimplementieren und anschließend die Inhalte (Nodes, Users, Taxonomies, Entities etc.) der alten Webseite einzuspeisen. Hierfür stellt das Migrate Modul in Drupal Core ein entsprechendes Framework zur Verfügung, welches durch Contrib-Module wie Migrate Upgrade um weitere Features und einen UI ergänzt wird. In jedem Fall ein spannendes Thema, was uns sicherlich noch eine ganze Weile beschäftigen wird!

Wolfgang Ziegler: "Drupal 8 Entity API"
Wolfgang Ziegler: "Drupal 8 Entity API"

Wolfgang Zieglers Session "Drupal 8 Entity API" liefert einen Einblick, was in Drupal 8 über einen objektorientierten Entity API benutzbar wird: nämlich fast alles. Sowohl die Konfiguration der Webseite als auch alle Inhalte werden im System als entity über eine einheitliche Schnittstelle verwalt- und verwendbar. Es ist mit Hilfe des Entity API in Drupal 8 bspw. wesentlich leichter und eingänglicher als bisher, entity types oder Inhaltstypen als Plugins im Code zu definieren ohne sich spezifisch darum zu kümmern, wie und wo einzelne Felder gespeichert werden. Ein weiteres interessantes Feature von Entity API ist die von jeglicher Form-Logik abgekoppelte entity validation, die wesentlich weniger komplizierte Webservice-Integrationen als bisher ermöglichen sollte.

Lauri Eskola: "Drupal 8 Frontend for Backenders"
Lauri Eskola: "Drupal 8 Frontend for Backenders"

Die Session "Drupal 8 Frontend for Backenders" von Lauri Eskola stellt die Vorzüge des neuen Template-Systems Twig heraus. Insbesondere die neue, einfachere Syntax erfordert zwar ein kurzes Umlernen, vereinfacht langfristig aber das Arbeiten mit Templates und entbindet Frontend-Entwickler weiterhin, da keinerlei PHP in den Template-Dateien ausgeführt werden muss, was zusammen mit dem Twig-Autoescaping maßgeblich das Risiko von unsicheren Template-Dateien senkt. Lauri behauptet, die Konflikte zwischen Backend- und Frontend-Entwicklern seien mit Twig in Drupal 8 ein Ding der Vergangenheit, da das Markup mitsamt allen Tags und Klassen nun – theoretisch – vollständig von Frontendern gebaut und bestimmt werden kann. Darüber hinaus gibt es eine Einführung in die Erweiterung der Twig-Engine um selbstentwickelte Twig-Filter und Twig-Funktionen.

Zeitnah folgen kann man den den Drupal Dev Days Montpellier über den offiziellen Twitter-Account @drupaldevdays und dem Hashtag #drupaldevdays. Jede Menge Bilder gibt es außerdem von @dasjo.

Abendliches Picknick auf der „promenade royale du Peyrou“
Abendliches Picknick auf der „promenade royale du Peyrou“