Mein Name ist Joachim Feltkamp, ich bin Drupal-Entwickler. Seit August 2015 bin ich in einer richtig amtlichen Drupal-Agentur untergebracht: comm-press in Hamburg. Das ist das Beste, was mir auf meinem Berufsweg je geschehen ist. Ich danke meiner Firma und der Assemblea Ordinaria Associazione Drupal Italia, dass ich das hier erleben darf.

Joachim Feltkamp

 

Das Programm:

  • Zwei Tage Code-Sprints,
  • Drei Tage Sessions und Workshops,
  • Und noch einmal einen Tag ganzen Code-Sprint,
  • Die ganze Zeit italienische Küche und viel Espresso,
  • Und die ganze Zeit die Drupal-Prominenz um einen herum.
Wow!

Ich habe es getan. Im Gepäck (bzw. im Bitbucket) hatte ich mein Erstlingsmodul: „Cronpub“. Es befindet sich noch zum Spielen in einer Drupal.org Sandbox und soll in diesen Tagen contributed werden. (https://www.drupal.org/sandbox/jfeltkamp/2727833)

Ein zweites Thema ist das Testing des Moduls. Meine bisherige Code-Coverage betrug ca. ungefähr exakt null Prozent… – aus dem einfachen Grund, dass ich das noch nie so richtig machen musste und mich damit noch schwer tue. Aber das ist jetzt vorbei! Schließlich ist das Geheimnis von Drupals Erfolg, dass das ganze System seit Version 5 über hervorragende Testabdeckung verfügt. Also hatte ich gleich ein Thema, zu dem ich dringend Input brauchte. Und siehe da: Ich habe durch Warten und freundliches Fragen in gebrochenem Italo-Denglish tatsächlich noch einen Platz in dem komplett ausgebuchten Drupal-Testing-Workshop bekommen.

Das dritte Thema zu meinem Erstlingsmodul war viel erfreulicher. Mein Code wurde als sicher eingestuft, als sauber und gut dokumentiert beurteilt, … aber dann war es doch an einigen Stellen leicht korrekturbedürftig. Bei einigen Klassen werden die Services nicht richtig injected, und einige Queries waren zu „teuer“: Das heißt, dass zu viel geladen wird, was später nicht genutzt wird. Einige Prozesse, die ich selbst geschrieben habe, gab es bereits, und sollten dann auch benutzt werden. Aber das war's. Alles in allem bin ich sehr stolz und zufrieden – und, wie es sich gehört, mit ein paar Aufgaben ausgestattet, um Drupal besser zu machen. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Daniel Wehner, der mein Modul mit mir durchgegangen ist und mir viele wertvolle Tipps gegeben hat.

Der Session-Block von 3 Tagen war großartig. Meine besondere Entdeckung waren die Workshops, in denen man anhand praktischer Aufgaben nicht nur von existierenden Ressourcen erfährt, sondern das heiße Zeug gleich auspacken und rumprobieren kann. Dabei habe ich sehr viel gelernt. Das Thema Testing habe ich mit einem 4-stündigen Workshop sofort sehr gründlich erschlagen. Wir sind die entsprechenden Module, wie Simpletests und Testing, in ihrer Anwendung durchgegangen, haben eine Testing-Umgebung aufgebaut und alles zum Fliegen gebracht. Pieter Frenssen, der Seminarleiter, hat eine fertige Applikation zum Download bereitgestellt, mit der man alles ausprobieren konnte. Das hat's echt gebracht.

Joachim Feldkamp - Drupal Developer Days Milan 2016

 

Auf diese Weise bin ich auch zu einer funktionierenden App mit Elastic-Search gekommen und habe Wesentliches über dessen Anwendbarkeit im Zusammenhang mit Drupal erfahren. Meine wichtigsten Themen außerdem waren Caching mit Dynamic-Page-Cache und Big-Pipe und die REST API. Ich kann's kaum abwarten, das alles auszuprobieren und anzuwenden.

Das Drumherum war ebenfalls klasse. Die Mailänder Uni hat uns ihre klimatisierten Räume zur Verfügung gestellt. So konnte auch bei 34 Grad Außentemperatur die Performance aufrechterhalten werden.

Übrigens war meine Frau Ulrike Sumfleth die ganze Zeit dabei, ohne eine Drupalista zu sein – weil sie das Thema Open Source Communities aus politischen Gründen interessiert. Ein Grund ist, dass in ihrem Lieblingsprojekt AbgeordnetenWatch das Herz von Drupal schlägt. Als politisch engagierte Journalistin fragt sie sich auch, wie man 37.000 Entwickler in aller Welt und hunderte Sponsoren dazu bewegt und es organisiert, eine so großartige Software zu entwickeln, die am Ende sogar noch kostenlos zur Verfügung steht. Jetzt hat sie einen bleibenden Eindruck, wer dahintersteckt: ein großer, netter, wilder Haufen von schrägen bis coolen Typen.

Also, die Tage hatten es in sich. Ich kann jeden nur dazu ermutigen, sich auch einmal auf so eine Conference einzulassen, das Ganze hat Herz und Geist und war sehr motivierend! Ein besonders herzliches Dankeschön geht an meine beiden Kollegen Jan Stöckler und Christian Lamine, die ihre Karten und Reservierungen stornieren mussten, um Projektarbeiten zu Ende zu bringen, und mich von dieser Bürde freigehalten haben. Ich habe Euch vermisst!

Beste Grüße aus Milano

Joachim Feltkamp