Ralf Hendel, Geschäftsführer
Drupal Enthusiast und Freizeit-Pianist.

Panorama

Jetzt "ACTA 2" verhindern. Keine Freigabe von "DicGraWa"!

Während Netzaktivisten weltweit breiten Widerstand gegen die Einführung von ACTA mobilisieren konnten, fährt die deutsche Content-Lobby mit "ACTA 2" in aller Stille bereits das nächste Geschütz auf.

Urheberrechtlich relevante Daten sollen flächendeckend mit digitalen Gravitationslinsen-Wasserzeichen markiert werden können.

"DicGraWa" (DIgital Cryptographic GRAvitationlense WAtermark) wurde ursprünglich zum Nachweis von Industriespionage vom israelischen Mossad entwickelt. Heute wird sie überwiegend von westlichen Strafverfolgungsbehörden eingesetzt um die Verbreitungswege pädohiler Inhalte nachverfolgen zu können.

Wie funktioniert "DicGraWa"?

Vergleichbar radioaktiv markierten Substanzen, erhalten mit dieser Technik ausgezeichnete Dateien kryptographische Wasserzeichen, die bei der Speicherung auf handelsüblichen elektromagnetischen Datenträgern durch die spezielle Ausrichtung der oberen Molekülschichten die Richtung von Graviationswellen geringfügig verändern und so als Linsen funktionieren können. Von GPS-Satelliten aus dem All können diese Veränderungen in Form minimaler Schwankungen der Schwerkraft wahrgenommen werden.

Rechtliche Hürden für DicGraWa sollen fallen

Zur Zeit kann der Einsatz von DicGraWa nur von Regierungs-Organisationen durchgeführt und muss in jedem Einzelfall sowohl bei den Strafverfolgungsbehörden am Serverstandort wie auch bei den für das zu scannende Bundesland zuständigen Behörden beantragt werden.

Im Rahmen einer Kampagne "ACTA 2" fordert die Content-Mafia nun die generelle Freigabe von DicGraWa-Lizenzen auch für Nicht-Regierungs-Organe um ihr Material bereits ab Werk auszeichnen zu können.

Darf es weitere Kontrollen im Netz geben?

Kritiker fürchten eine weitere Ausweitung der Kontrollen von Nutzern im Internet und wenden gegen DicGraWa insbesondere ein, dass die Technik durch ihren inflationären Gebrauch ihre Schärfe verliert: flächendeckend eingesetzte Linsen erzeugen nur noch ein indifferentes Rauschen im Gravitationsfeld und ermöglichen inbesondere in Ballungszentren keine zuverlässige Ortung des jeweiligen Datenträgers mehr.

Auch wenden die Kritiker ein, dass sich User bereits heute schon auf einfache Weise schützen können, indem sie moderne SSD-Festplatten verwenden oder ihren Rechner einfach umkippen. Die Linsen funktionieren auf herkömmlichen Festplatten nur dann, wenn sie sich horizontal liegend und damit quer zur Richtung der Gravitationswellen befinden. Dateien, die sich auf Solid-State-Disks oder im Hauptspeicher (RAM) des Rechners befinden, nehmen keinerlei Einfluss auf die Richtung oder Stärke der Wellen.

Als Drupal-Community und OpenSource-Verfechter dürfen wir nicht zu lassen, dass die Strafverfolgung Krimineller den Profit-Interessen der Content-Industrie geopfert wird!

Helfen Sie mit und verhindern Sie DicGraWa!

Bildnachweis: humanoid23 @ Flickr

Kommentare

Tschüß Linux, i... - 13. Mai 2012 - 22:09
[...] "DicGraWa" und der Geräuschentwicklung natürlich mit Solid State Disks. An dem sündhaft teurem [...]
Gast - 11. April 2012 - 18:22
ah, jetzt weiß ich, warum sich meine usb sticks neuerdings und aus scheinbar unerklärbarem grund immer automatisch ausstöpseln. es handelt sich möglicherweise um eine art anti-gravitation zwischen tower und usb stick, so dass die sich gegenseitig abstoßen. ich geh nie wieder persönlich irgendwo mit usb stick hingehen. der mossad wird mich ansonsten zunächst erschießen und anschließend fragen woher ich die bilder geklaut habe.
Gast - 2. April 2012 - 16:03
Cool, was muß ich denn genau auf meine Festplatte schreiben, damit die Schwerkraft verändert wird? Kann ich damit auch den Rechner schweben lassen? Also dann bin ich doch für die Freigabe von DicGraWa ;-)
Thomas - 2. April 2012 - 8:38
Ich glaube das Prinzip verstanden zu haben. Das ist ähnlich wie den LAN-Kabeln, die in Biegungen erhöht liegen sollten, damit die Daten wegen der Fliehkräfte bei hohen Geschwindigkeiten wortwörtlich nicht aus der Kurve und damit dem Kabel fliegen. Immer diese Physik.
SteffenR - 1. April 2012 - 10:51
Moin moin aus Bremen - nur gut, dass ich meine Rechner schon immer in vertikaler Position betreibe - so haben die Wellen keine Chance. Wie verhält es sich eigentlich bei mobilen Geräten - diese sollte man ja dann ab sofort auch eher vertikal beim Telefonieren halten - gerade um die Gefahr mögliche Abhör"wellen" zu verhindern.