Ralf Hendel, Geschäftsführer
Drupal Enthusiast und Freizeit-Pianist.

Erfahrungen DrupalCon Denver

Unser Wochenende vor der Drupalcon mit dem Denver St. Patricks Day

Am Tag drei kämpfe immer noch mit dem Jetlag: bin nachmittags ab 17:00 Uhr hundemüde und gehe zwischen 20:00 und 22:00 Uhr zu Bett. Morgens wache ich zwischen vier und sechs Uhr auf.

Gestern wurde in Denver der St. Patricks Day gefeiert, ein irischer Feiertag zu Ehren eines verstorbenen Missionars und Nationalheiligen.

In der Downtown fand morgens schon eine Parade statt, die wie ein großes Volksfest begangen wurde. Alle, die hingegangen sind, hatten mindestens etwas Grünes an und viele hatten sich noch mit verrückten Hüten, Brillen und sonstigem heraus geputzt.

In der Downtown fand morgens schon eine Parade statt, die wie ein großes Volksfest begangen wurde. Alle, die hingegangen sind, hatten mindestens etwas Grünes an und viele hatten sich noch mit verrückten Hüten, Brillen und sonstigem heraus geputzt.

Bis auf mich. Ich trug ein knalloranges DrupalCity T-Shirt. Das war fast schon etwas gefährlich, aber zur Glück hat mich deswegen niemand der Anhängerschaft des mit den Iren verfeindeten Oranier-Ordens bezichtigt ;-)

Man wird hier übrigens öfters von Fremden angesprochen. Die Menschen sind freundlich und wirken alle recht entspannt. Es scheint hier nicht diesen Stress zu geben, den man als Westeuropäer in Großstädten als normal empfindet. Obwohl die Busse hier nur stündlich fahren, rennt kaum jemand den Bussen hinterher. Wenn man einen Bus verpasst, wartet man halt auf den nächsten...

Wenn wir untereinander deutsch sprechen, erkundigen sich die Leute oft danach, wo wir her kommen und ob es uns hier gefällt. Es ist wirklich schön so nett aufgenommen zu werden!

Unterwegs auf Fotosafari in Denver Downtown

Da man beim St. Patricks Day die meiste Zeit irgendwo stehend an der abgesperrten Paradestrecke und auf die Umzüge wartend verbringt, bin ich irgendwann auf eigene Faust noch etwas durch die Stadt spaziert und habe meine private Fotosafari unternommen.

Die Architektur in Denver finde ich recht spannend. In der Downtown finden sich zwischen den großen Hochhäusern immer wieder irgendwelche kleineren Häuser oder Kirchen, die es irgendwie geschafft haben zu überstehen.

Leider war das historische Museum geschlossen. Mich hätte sehr interessiert, wie die indianische Vergangenheit und Amerikanisierung dargestellt würde. An einigen Stellen Denvers finden sich Darstellungen indianischer "Originale". Ansonsten habe ich außer in Souvernierläden nicht viel indianische Kultur finden können...

Aus Downtown kam ich nicht gut weg, da die Busse hier in der Regel nur stündlich verkehren. Mich hätte sonst noch das Museum für Wissenschaft und Natur interessiert, aber das lag zu weit entfernt.

Percussion-Combo auf der 16. Avenue

Irgendwann kam ich wieder zurück zur Parade, wo drei farbige Straßenmusiker gemeinsam auf drei kompletten Schlagzeugen eine unglaublich coole Session gemacht haben. Ohne Gesang oder mit anderen Instrumenten haben sie nur mit Perkussion mindestens eine Stunde lang improvisiert ohne dabei eine einzige Pause zu machen. Sie haben gut untereinander interagiert und abwechselnd Soli eingebaut. Das war echt klasse!

Zwischen sich hatten sie einen offenen Koffer stehen, der am Ende mit Scheinen gefüllt war.

Aber die drei wirkten nicht so, als würden sie für Geld spielen, sie hatten erkennbar Spaß. Und das Publikum war begeistert.

Im Gespräch mit dem freundlichen Waffenhändler von nebenan

Am Sonntag fand nahe der City eine Waffenausstellung aus. Die Chance wollten wir uns nicht entgehen lassen und sehen, welches Verhältnis die Menschen hier zu ihren Waffen hatten.

Auf der "Tanner Gun Show" waren leider keine Fotos erlaubt und wir mussten unsere Kameras am Empfang abgeben. Ich hätte dort die ganze Flash-Karte meiner Kamera vollknipsen können. Es war unbeschreiblich...

Im Prinzip war die "Gun Show" eine öffentliche Verkaufsveranstaltung in einer großen Markthalle, wo sich Händler Stände mieten und ihre Waren anbieten können. Die Interessierten strömen durch die Gänge, schauen, fachsimpeln und kaufen auch Waffen. Darunter auch Familien mit Kindern und Kinderwagen.

Es wurden dort bis zu 200 Jahre alte Pistolen und Gewehre angeboten, aber auch modernde Militärbewaffnung. Für rund vier bis fünftausend Dollar hätte ich ein modernes Scharfschützengewehr mit Zielfernrohr, Schalldämpfer und Mündungsfeuerdämpfer kaufen können. Bis heute wusste ich nicht, was Mündungsfeuerdämpfer überhaupt sind.

Alle Waffen sind für Bewohner Colorados übrigens frei verkäuflich.

Durch die Gänge zu gehen war für uns schon ein heftiger Kulturschock. Es gab jede Menge Handfeuerwaffen, Gewehre und alles erdenkliche Zubehör inklusive der Technik zum Wiederbefüllen gebrauchter Patronenhülsen.

Etwas verstörend empfand ich, dass die Händler, mit denen wir uns unterhalten haben, alle ausgesprochen nett und hilfsbereit waren. Wenn sie gemerkt haben, dass wir aus Deutschland kommen, haben sie sich gefreut, mit uns unterhalten zu können, haben uns gern unsere Fragen beantwortet - auch wenn klar war, dass wir nichts kaufen würden.

So haben wir auch erfahren, dass deutsche Waffen ein hohes Ansehen genießen. Die Waffenschmiede "Heckler und Koch" kennt hier jeder. Da kann man doch stolz drauf sein :-(

Den typischen Waffenhändler hatte ich mir zwar nie detailliert ausgemalt, aber wenn, hätte ich ihn mir anders vorgestellt.

An den Ständen gab es jede Menge "affirmative" Aufkleber mit Texten wie "Fight crime - shoot back". Waffen tragen also immer nur die Guten. Aber wie kommen die Bösen dann an ihre Waffen? Na, ja - das wollten wir nicht nachgefragen.

Besonders bizarr fand ich eine Szene, die ich zu gern aufgenommen hätte: Ein älterer behinderter Mann fährt in seinem elektrischen Rollstuhl durch die Gänge. Sein Rollstuhl hatte vorn einen Korb. Im Korb hatte er eine halbautomatische Maschinenpistole.

Dazwischen gab es aber auch einen tollen Stand mit Western-Hüten und Outback-Kleidung. Ich hatte sowieso vor, mir aus den Staaten einen Lederhut mit zu bringen. So kam gleich noch ein Mantel australischer Cowboys dazu.

Als wir zurück in die Stadt gefahren sind, wurde es plötzlich sehr stürmisch. Da war es praktisch, den Mantel dabei zu haben.

Mit meinen Sandalen, dem Cowboy-Outfit und meiner umgehängten Spiegelreflexkamera und Notebooktasche muss ich wohl reichlich beknackt ausgesehen haben :-) Aber ich hatte meinen Spaß und die Leute fanden meinen Hut cool. Mal schauen, vielleicht gehe ich so auch zur nächsten Hamburger Drupal Usergroup, wenn wir dort über die DrupalCon berichten werden.

Vorregistrierung - Die DrupalCon geht los

So waren wir dann um 16:30 Uhr unter den Ersten, die sich im Denver Convention Center für die DrupalCon vorregistriert haben. Dort haben wir noch Neil Kent, den Eventmanager der Con, getroffen.

An der Con werden rund 3.000 Leute teilnehmen. Das Convention Center ist ziemlich groß und würde wohl auch 30.000 Teilnehmern Platz locker bieten.

In die Twitter-Timeline zu "DrupalCon" kommt Bewegung. Die DrupalCon nun geht los... Morgen beginnen die Trainings.