Karsten Frohwein, Geschäftsführer
Geschäftsführer der comm-press GmbH und absoluter Drupal Evanglist.

PHP Test

Zend Certified Engineer für PHP 5.3

Seit gestern bin ich Zend Certified Engineer für PHP 5.3 und freue mich sehr darüber. Vor einigen Monaten kam mir mal wieder der Gedanke, dass ich mich doch eigentlich mal zertifizieren lassen könnte, um so eine nette Urkunde an der Wand zu haben. Beschäftigen tue ich mich seit Jahren damit, aber eigentlich bringt mir als CEO ein Schein auf dem steht "Der Karsten kann PHP!" nicht so wirklich viel, ich muss mich ja nirgends bewerben. Aber trotzdem! In Deutschland steht man auf Scheine, also will ich neben meinem Führerschein auch mal einen anderen haben.

Also wie geht das? Die Anmeldung ist ein wenig komisch, aber auch nicht kompliziert. Man eröffnet ein Konto bei Zend und kauft einen Gutschein. Den kann ich dann über eine andere Website einlösen gegen einen Prüfungstermin. Ich bekomme darauf einfach eine E-Mail und damit sollte alles geregelt sein. War es dann auch. Und so kam ich dann fast pünktlich um 9 Uhr zu meinem Test an. Ich habe die Nacht vorher nicht viel geschlafen. Denn natürlich hatte ich mich zu wenig darauf vorbereitet und war in heller Aufruhr, ob ich den Test wirklich bestehen würde.

Der Test besteht aus Multiple-Choice-Aufgaben, bei denen man eine oder mehrere Antworten ankreuzen kann, sowie aus Fragen, zu denen man einen simplen Freitext eingeben soll. 70 Fragen, 90 Minuten und nach meinen Informationen braucht man 70% der möglichen Punkte.

Zu meinem Schrecken waren die Fragen nicht ganz simple. Man muss schon PHP wirklich benutzt haben, um zu wissen, was hier gewünscht wird. Ein Beispiel aus deren Handbuch:

What is the output of the following code? (Choose 2)

<?php
function addValues() {
 
$sum = 0;
  for(
$i = 1; $i <= func_num_args(); $i++) {
   
$sum +0 func_get_arg($i);
  }
  return
$sum;
}
echo
addValues(1, 2, 3);
?>
  • 5
  • 6
  • A parse error
  • A warning

Ist alles recht fies, da sich solch Code in Sekunden testen lässt und per IDE man auch immer die Beschreibungen der Funktionen zur Hand hat. Aber in dem Test sitze ich allein, ohne Computer oder Handy davor und kann A - D anklicken. Es sind auch viele Fragen dabei, wo nur ein einziges Wort den Unterschied ausmacht. Oder wer kennt schon alle Parameter von preg_replace()? Oder gar von count() den2. Parameter?

Welcher Array Key bezeichnet die Größe des Uploads in $_FILES['name']? array_flip() - schon mal gehört? Ich hab das nie benutzen müssen... Oder "What happens if you use fwrite to write data to a readonly file?"? Notice oder fataler Fehler? Die PHP SPL kannte ich bisher auch noch nicht... Das brauche ich auch eher alle paar Jahre. Oder Drupal hat APIs dafür und ich brauche das gar nicht mehr.

Von daher prüft der Test zwei Dinge:

  1. Ein wirklich breites Wissen zu PHP. Quasi alles, was auf php.net in der Dokumentation steht.
  2. Praxiserfahrung. Ohne gewisse Probleme schon einmal gehabt zu haben, ergeben viele Fragen keinen Sinn.

Meine Meinung zu dem Test hat sich geändert. Das ist nicht nur ein nettes Zertifikat an der Wand, sondern ein Nachweis darüber, dass man sich wirklich mit PHP beschäftigt hat. Entgegen meinen Erwartungen, dass man einfach Geld zahlt und die Geschichte hat sich, erfüllt der Test wirklich seinen Zweck. Klar gibt es genug tolle PHP-Entwickler da draußen, die auch ohne das Zertifikat richtig gut sind. Man braucht diesen Test nicht zwingend. Aber für mich selbst war es eine Erfahrung und eine Einschätzung, wo ich in Sachen PHP stehe. Und deshalb bin ich auch stolz darauf, den Test bestanden zu haben!

Bei comm-press werde ich nun zusehen, dass sich mehr Mitarbeiter zertifizieren lassen und wir alle ein möglichst gleiches, hohes Niveau in Sachen PHP haben. Und das dann durch den Test auch schriftlich.

Lesetipps zur Prüfungsvorbereitung

Kommentare

Gast - 17. Januar 2013 - 17:05
Wenn Du auf diese Seite gehst: http://www.vue.com/servlet/vue.web2.core.Dispatcher?webContext=CandidateSite&webApp=TestCenterLocator&requestedAction=register&cid=369, und Germany als Land auswählst, spuckt's eine ellenlange Seite mit Test-Centern in Deutschland aus. Keiner muss bis nach London. :-)
Guido - 29. November 2012 - 21:39
Herzlichen Glückwunsch erstmal zum bestandenen Zertifikat. Hätte da mal 'ne Frage: Wo hast du denn die Prüfung abgelegt? Auf der Zend- Seite steht London als nächste Möglichkeit. Kann doch eigentlich nicht sein, oder?
Werner - 23. November 2012 - 16:09
.. aber noch ein Schein mehr ist kein Absturz. Einen Herzlichen Glückwunsch zu dieser Schein Leistung. Hatte mal vor Jahren den LPIC-2 (Professional Linux Institute) gemacht. Wenn es bei Zend nur eine Prüfung ist, dann ist es ja überschaubar (sagt sich so leicht). Bei LPIC-2 sind es 4 als Basis, und eine aus zusätzlich weiteren Spezialthemen für LPIC-3. Der LPIC-1 ist fast Kinderkram, währen die LPIC-s 2 Prüfungen schon der Hammer sind und die LPIC-3 mit Sicherheit auch. https://www.lpi.org/linux-certifications/programs Grundsätzlich empfiehlt es sich auf die Releases zu achten. Wenn ein Prüfungsupdate vom LPI ansteht kann es ganz schön wirr werden, weil dann wandern die Prüfungsthemen von einem Prüfungskatalog zum anderen und darauf sollte man in der Vorbereitung unbedingt achten, sonst wundert man sich über Fragen über noch Unbekanntes, und vermisst Fragen zu DNS, u.Ä. auf die man gepaukt hat und diese nun verschoben worden sind in die nächste Prüfung. Zum Angeben sind Scheine auch nicht schlecht. Nur sollten es nicht zu viele sein, weil so ein Schein-Profi macht irgendwann auch misstrauisch. Letztendlich zählen halt nur Fakten, F.., F.. usw.