Mein Name ist Abdul Rahman Shaddad.

Ich bin fünfundzwanzig Jahre alt und stamme aus Syrien. Ich bin ledig, habe einen Bruder und drei Schwestern. Ein Teil meiner Familie lebt jetzt in Schweden. Zwei meiner Schwestern mussten in Syrien bleiben, da sie bereits über achtzehn sind.

Ich bin in Saudi Arabien geboren und habe dort acht Jahre gelebt, weil mein Vater dort gearbeitet hat. Dann sind wir zurück nach Syrien gezogen. Mein Heimatdorf in Syrien heißt Assal al-Ward. Es liegt sechzig Kilometer von der Hauptstadt Damaskus entfernt. Es ist ein großes Dorf und hat ungefähr 15.000 Einwohner. Im Winter liegt dort Schnee. Als ich vierzehn Jahre alt war, bin ich mit meiner Familie von Assal al-Ward nach Damaskus umgezogen. Dort habe ich nach meinem Abitur am Technical Computer Collage (... so sah es dort zumindest im Oktober 2013 noch aus ...) gelernt zu programmieren.

Assal al-Ward - 60 Kilometer von Damaskus. Der Ort liegt 1.850 Meter hoch.

Während meines Studiums hat der Bürgerkrieg in Syrien angefangen. Die Situation wurde sehr gefährlich und auch sehr traurig, weil viele meiner Freunde und Verwandte umgekommen sind. Ich habe immer gehofft und gesagt, dass morgen alles besser wird. Aber das Gegenteil war richtig: Jeden Tag haben wir mehr und mehr Sicherheit und Stabilität verloren. Daher habe ich, nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte, meine Heimat verlassen und mich auf den Weg nach Europa gemacht.

Ich habe gedacht, dass der Weg nach Europa ganz einfach ist. Aber meine Reise war lang und sehr gefährlich. Sie dauerte ungefähr fünf Monate:

Libanon-Türkei-Griechenland-Mazedonien-Serbien-Ungarn-Österreich-Deutschland

Meine Reise war besonders gefährlich auf der Fahrt mit einem kleinem Boot von der Türkei nach Griechenland. Die Fahrt mit dem Boot hat 1.800,00 Euro gekostet. Auf diesem Boot waren wir über fünfzig Personen. An Bord war es sehr heiß und wir konnten - weil wir so dicht gedrängt darin zusammensitzen mussten - nur sehr schwer atmen.

In Mazedonien waren wir, als wir uns auf den Weg nach Serbien machten, ungefähr zweihundertzwanzig Personen. Wir sind jeden Tag durch Wälder gelaufen und auf Berge geklettert. Acht Stunden, immer zu Fuß, vierundzwanzig Tage lang. Das Wetter war sehr kalt und es regnete ständig. Dabei mussten wir uns die ganze Zeit versteckt halten. Beinahe hätte ich meinen rechten Fuß verloren. Er hatte eine Wunde und ich keine Medikamente mehr, um ihn zu behandeln. Jeder von uns hat von dem Mann, der uns führte, nur ein kleines Stückchen Lachs und ein wenig Wasser bekommen. Dieses Essen mussten wir jedesmal bezahlen. Manchmal mussten wir auch ein Schutzgeld zahlen, um bestimmte Regionen passieren zu können. Endlich waren wir an der Grenze zu Serbien angekommen. Dort waren wir nur noch fünfundzwanzig Personen.

Für den Rest der Reise brauchte ich weitere eineinhalb Monate. In Deutschland bin ich seit einem Jahr und fünf Monaten.

Angekommen – Abdul Rahman Shaddad

Vor drei Monaten habe ich angefangen Deutsch auch in der Schule zulernen. Im Flüchtlingsheim habe ich (über einige Umwege) Carsten Rhein von comm-press kennengelernt. So habe ich die Firma besucht, weil ich gerne weiter Programmieren lernen wollte. Dort waren die Leute sehr nett und haben mir eine Chance gegeben. Ich habe ein Praktikum gemacht. Es war toll und ich habe mich darüber sehr gefreut.

Im Februar 2017 konnte ich dann sogar eine Ausbildung bei comm-press als Entwickler beginnen. Ich hoffe für die Zukunft, dass ich meine Ausbildung schaffe und mein Deutsch besser wird. Ich möchte in Deutschland bleiben und eine gute Arbeit haben.

Abdul Rahman Shaddad

Den zweiten Teil meiner Artikelserie finden Sie hier: Meine Ausbildung bei comm-press.