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Das Drupal Paragraphs Modul . Arbeiten mit Drupal im "TYPO3-Way"

von Ralf Hendel
am

Vor zwei Jahren hatten wir einen Drupal-Workshop für eine große Agentur organisiert, um die Umsetzung eines komplexen Projekts für Drupal zu evaluieren.

Bisher hatte die Agentur ihre Projekte in der Regel mit TYPO3 umgesetzt. Auf Kundenwunsch sollte dieses neue Portal jedoch mit Drupal umgesetzt werden.

Zum Zeitpunkt unseres Workshops gab es bereits eine fertige und vom Kunden verabschiedete Gestaltung. Aufgrund der Vor-Erfahrungen der Agentur spiegelten sich darin die gelernten Best-Practices für eine Umsetzung mit Typo3. Der Content-Aufbau der einzelnen Übersichts- und Artikelseiten wies den typischen Typo-Workflow auf.

Content Publishing: Drupal versus TYPO3

Der für Drupal typische Weg besteht darin, dass der gesamte textliche Inhalt eines Beitrags zusammenhängend als ein ganzer Block über die Seite fließt, in den Bilder oder andere weiterführende Elemente "eingeklinkt" werden können.

Für Typo3 ist eher ein Aufbau typisch, bei dem einzelne Text/Bild-Komponenten bausteinartig zu einem gesamten Artikel aneinander gefügt werden.

Das mit den Best-Practices für Typo3 konzipierte System mit Drupal nachbilden zu wollen, hätte sich damals als ineffizient erwiesen. Insofern wurde die Seite seinerzeit schlussendlich mit Typo3 umgesetzt.

Anhand dieses Beispiels konnten wir sehen, wie wichtig es ist, das entsprechende CM-System bereits schon in der Planungsphase mit zu berücksichtigen. Bzw. wie schwer es ist, eine beliebige Agentur ein Design erstellen zu lassen, welches später mit einem bestimmten CMS umgesetzt werden soll. In der Gestaltung verbergen sich stets Vorgaben für Workflows, die sich im Zweifel nur sehr umständlich nachbauen lassen.

Mittlerweile gibt es jedoch das Paragraphs-Modul, das genau dieses Vorgehen unterstützt.

Installation und Konfiguration

Die jeweils gewünschten Inhalts-Schnipsel bzw. "Content-Komplexe" – ich werde sie im Folgenden einfach als "Komponenten" bezeichnen – lassen sich unter admin/structure/paragraphs/add als eigene Bundles definieren. Für den Artikel-Content gibt es ein "Paragraphs"-Feld, in welchem sich diese Komponenten – vollkommmen analog zu Field-Collections – erstellen lassen.

Unter admin/structure/paragraphs/add lassen sich die Komponenten als eigene Bundles definieren.

Selbstredend handelt es sich bei den einzelnen Sub-Inhalten um Entities. Diese Komponenten können nicht nur aus beliebigen Drupal-Fields bestehen, sondern können ihrerseits selbst auch weitere Paragraphs-Unterkomponenten beinhalten. Von solcherart "kaskadierender Abenteuer" würde ich jedoch auf Traffic-starken Portalen aus Performance-Gründen abraten.

Der Unterschied zu Field-Collections besteht darin, dass die Bedienführung auf diesen spezielle Anwendungsfall hin optimiert ist. In den Feldeinstellungen des Paragraph-Felds lassen sich die erlaubten Bundles festlegen. Als Redakteur habe ich ein einziges Feld, in dem ich meine unterschiedlichen Komponenten anlegen kann:

Mit Field-Collections wäre ich gezwungen für jede unterschiedliche Komponente ein eigenes Feld zu verwenden – und hätte keine Möglichkeit, die Reihenfolge der Komponenten beliebig sortieren zu können..

Mit Field-Collections hätte ich für jede unterschiedliche Komponenten ein eigenes Feld verwenden müssen und hätte – ohne z.B. weitere Javascript-UI-Magic – keine Möglichkeit, die Reihenfolge meiner auf diese Weise erstellen Content-Schnipsel beliebig zu sortieren.

Über die View-Modes der Bundels lassen sich die einzelnen Felder im Zusammenspiel mit der Display Suite ohne zusätzliches PHP-Templating arrangieren.

In dem einfachen Beispiel lasse ich mir im Anrisstext nur die erste Feld-Instanz und in der Artikel-Detaildarstellung alle Instanzen ausgegeben.

Im Beispiel verwende ich im Anrisstext nur die erste Instanz – auf der Detailseite der Artikel stelle ich alle Instanzen dar.

Der im Bild aufgenommende Milchkaffe war übrigens ein spontaner Glücksgriff von Martina. Sie hat es geschafft, den Espresso so in die aufgeschäumte Milch zu gießen, dass aus der Crema ein Druplicon-Motiv entstanden ist :-)

Die für TYPO3 typische Weise der Content-Befüllung, bei der einzelne Text/Bild-Komponenten bausteinartig zusammengesetzt werden, lässt sich nun auch mit Drupal abbilden.