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Social Media . Drupal for Facebook

von Karsten Frohwein
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Facebook! Keiner mag es, aber jeder benutzt es. Selbst wenn von den angeblich 500.000.000 Konten nur 1% wirkliche Menschen dabei sind, dann ist das eine Größenordnung, von der so ca. 98% der Website-Betreiber weltweit nur träumen können. Was kann ich also als Außenstehender damit anfangen und wie richte ich das ganze grundsätzlich ein? Diese Fragen versucht für uns das Modul "Drupal for Facebook" zu beantworten und hilft uns dabei, schneller eine Kommunikation mit Facebook herzustellen.

Mehrwert durch die Facebook-Anbindung

Für einen Shop ist dies leicht zu benennen, denn man könnte Facebook als Single-Sign-On-Lösung verwenden und die Adresse des Kunden vorfüllen. Oder anhand der Vorlieben des Kunden, die man auch auslesen kann, soweit der Kunde das zulässt, interessantere Produkte vorfiltern.

Der Betreiber einer Community sollte sich darüber im Klaren sein, dass heute niemand mehr Lust hat, sich am 10. VZ, Friendslist oder XYSpace anzumelden, sondern einfach Mitglied bei Facebook ist. Allerdings bedeutet das nicht, dass man keine Communitys erstellen sollte, sondern sich auf seinen Themenbereich und den erbrachten Mehrwert konzentrieren sollte.

Ein Mehrwert kann z.B. eine Datenbank zu einem Thema wie Kochen sein. Facebook bietet uns ja nicht direkt an Rezepte einzupflegen und zu durchsuchen. Das ist ungefähr so, als wenn man seine Videos bei YouTube ablegt, aber auf einer eigenen Seite sammelt und sortiert. Nur hier sind es keine Videos, sondern Profildaten und Login, was man auslagern kann.

Apps

Um etwas in Facebook zu bringen, muss man sich eine so genannte App / Application erstellen. Dafür muss man sich bei Facebook anmelden, mindestens eine Handynummer oder Kreditkarte hinterlegen und schon kann man auf dieser Seite Apps anlegen.

Diese Apps bieten uns einer Gruppe ähnliche Funktionen. Die App kann gemocht werden und bekommt einige Features wie ihre eigene Pinnwand, auf die ich hier nicht weiter eingehen will. Für uns ist wichtig, dass wir auf der „Facebook-für-Entwickler“-Seite drei Schlüssel für unsere App erhalten haben. Den privaten Schlüssel, den öffentlichen Schlüssel und die App-ID. Diese drei Dinge braucht man, um Drupal for Facebook nutzen zu können. Man muss einfach noch das Modul aktivieren, die Facebook-API aus dem GIT auschecken und über die Oberfläche des Moduls die Daten von unserer App ablegen. Über diese Schlüssel und die PHP-API kann unser Drupal dann mit Facebook kommunizieren.

Facebook Connect

Facebook Connect ist die Single-Sign-On-Lösung von Facebook. Das Modul Drupal for Facebook unterstützt dies bei Neuanmeldungen sowie für vorhandene User. Sobald man autorisiert hat, dass unsere App Daten austauschen darf, kann man schon sein Drupal-Konto mit Facebook zusammenbringen. Soweit ich das getestet habe, funktioniert zwar sauber, dass der User keine Angaben mehr zum Anmelden machen braucht, aber es ist vorgekommen, dass durch mehrfaches Anklicken des "Facebook Connect"-Buttons sich gleich zwei User angelegt haben. Von denen war aber nur einer mit dem Facebook-Konto verbunden. Man sollte nicht vergessen, dass das Modul noch nicht fertig ist.

Social Plugins

Facebook bietet uns eine ganze Reihe an Social Plugins. Kommentare können vollständig zu Facebook ausgelagert werden. Wer von meinen Freunden mag diese App und verschiedene andere Informationen können angegeben werden. Das ganze ist - soweit ich das sehe - nicht in das Drupal for Facebook Modul integriert. Es lässt sich aber sehr einfach über Blöcke einbauen, da die Syntax aus speziellen Marken besteht, die durch JavaScript ersetzt werden. Das JavaScript ist in unserem Drupal aktiv, sobald wir Facebook Connect aktiviert haben, und so können wir die Marken einfach einbauen. User ohne Facebook oder JavaScript sehen einfach nichts davon.

Canvas

Der Canvas, also der Rahmen ist ein iframe auf Facebook für unsere App. Hier die Drupal for Facebook Seite im Canvas bei Facebook. Dies ist eine sehr einfache Art der Einbindung, die uns sehr viel Spielraum lässt. Drupal for Facebook ermöglicht uns, für die Seiten, die wir innerhalb von Facebook in unserem Canvas ausliefern wollen, ein spezielles Theme zu verwenden. Man könnte hier also sein Flash-Spiel anzeigen und es gleichzeitig auch einfach so im Netz anbieten, in anderem Look and Feel als Facebook und offen für alle ohne Facebook Konto. Oder vielleicht eine spezielle Suche auf die Daten der Site anbieten und dann den eigentlichen Artikel außerhalb von Facebook anzeigen. Innerhalb von Facebook darf man keine eigene Werbung schalten - außerhalb natürlich schon. Man muss sich also überlegen, ob man Drupal als Unterbau für etwas nutzen will, dass sich nur innerhalb von Facebook abspielt oder ob man hofft, mehr Besucher auf die eigene Site zu ziehen.

Ein kleiner Hinweis noch: Ein iframe hat eine feste Höhe. Es gibt über die Facebook API dafür eine Lösung, aber ich bin mir nicht sicher, inwieweit das schon in Drupal fpr Facebook enthalten ist.

Chancen

Die größte Chance für einen Website-Betreiber besteht natürlich darin, leichter seine Zielgruppe zu erreichen. Wenn ich mich mit dem größten Netzwerk der Welt vernetze und durch meine App und vielleicht durch Social Plugins die Gäste dazu bringe, ihren Freunden bekannt zu geben, was sie gerade auf unserer Seite gemacht haben, dann kann dies zu einer höheren Verbreitung führen. Wie oben schon geschrieben mögen viele Nutzer Facebook nicht. Vielleicht kann man ja mit schlauen Zusatzdiensten etwas dagegen tun.

Rechtliches

Wer Facebook auf der eigenen Site einsetzt, sollte eine Sache bedenken: Sobald jemand einen "Like"-Button auf einer Seite sieht, weiß Facebook schon, wer dies ist. Wir wissen es vielleicht noch nicht, aber die aktive API hat den Seitenaufruf an Facebook übermittelt und Facebook hat für diesen Nutzer die relevanten Daten zusammengestellt. Dies bedeutet natürlich, dass wir Daten an Dritte weitergeben. Wie weit das rechtlich Relevanz hat, kann ich nicht bewerten. Ich möchte auf einen interessanten Artikel zu "Facebook Social Plugins einbinden - Vorsicht Datenschutz" bei Dr. Web hinweisen, den man in diesem Zusammenhang auf alle Fälle im Kopf behalten sollte.

Fazit

Das Modul ist zwar noch nicht fertig, aber tut mindestens eine Sache gut: Es hilft uns, die Facebook-API in Drupal einzubinden und nimmt uns somit schon einmal viel Arbeit ab. Noch nie war es leichter, mit Drupal als Basis eine App mit Leben zu füllen.

Zur Zeit muss man noch sehr genau wissen, was man mit dem Modul tut, aber mit etwas Zeit, Arbeit und Patches wird etwas sehr Gutes daraus.

Kompliziert wird dann eher, zu verstehen, wo Facebook die für uns wichtigen Informationen in seiner Dokumentation versteckt. Haben wir uns hier einmal durchgekämpft, steht der Anbindung an das größte Social Network der Welt nichts mehr im Wege.