Vom 26. bis 29.09. wird in Wien die europäische DrupalCon 2017 stattfinden.

Wenn ich an meine erste DrupalCon 2009 in Paris zurückdenke, stelle ich fest, dass der Umfang an Themen mittlerweile weit über rein technische Themen rund um Drupal hinaus geht. Mittlerweile gibt es 13 verschiedene Themengebiete, innerhalb der Sessions angeboten werden. Ehemalige Seitenthemen wie "Being Human" – Diversifizierung, Zusammenarbeit und gesundheitliche Aspekte in der Online-Arbeit – oder "Business" – Marketing, Vertrieb und Geschäftsmodelle rund um Drupal – erhalten zusehends mehr Raum.

Auf der Suche nach dem europäischen Format

Obwohl die DrupalCons in Nordamerika auch wirtschaftlich schon immer sehr erfolgreich waren, haben wir in Europa beobachtet, dass die Events seit Amsterdam defizitär und von den Teilnehmerzahlen her rückläufig sind. Im Februar hatte die Association Sparmaßnahmen angekündigt und später etwas relativiert. Dennoch ist es dabei geblieben, dass der Montag für Trainings abgesagt wurde. Die Österreichische Community ist in die Bresche gesprungen und hat diverse Sprints und Trainings organisiert.

Megan Sanicki, die Vorsitzende der Drupal Association hat eine neue Blog-Reihe dazu angekündigt. In ihrem ersten Blogpost "DrupalCon Europe: Co-creating a sustainable and valuable event" äußert sie sich kritisch dazu, dass das Format die Bedürfnisse der Teilnehmer aus Europa offensichtlich noch nicht genügend bedient.

Die im Vergleich mit Drupal-Camps stärker Marketing-getriebenen DrupalCons sind in den USA deutlich erfolgreicher als in Europa.
Die im Vergleich mit Drupal-Camps stärker Marketing-getriebenen DrupalCons sind in den USA deutlich erfolgreicher als in Europa.

Obwohl ich schon mehrfach von Mitarbeiter_innen der Drupal Association zu den europäischen DrupalCons befragt wurde, tue ich mich immer noch schwer mit einer Antwort darauf. Für mich sind die DrupalCons in erster Linie Klassentreffen: Ein Treffpunkt, an dem die globale Community zusammenkommt. Ohne mit konkreten Zielen hingefahren zu sein – auch für Wien habe ich keine bestimmten Erwartungen –, kam ich stets mit einer Menge neuer Eindrücke und Inspirationen zurück.

Aus meinen Gesprächen mit Entwicklern habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie die "Marketing-Show" der DrupalCons nicht so sehr beeindruckt und sie sich mehr technische Sessions und Sprints wünschen.

In den USA scheint das anders zu sein. "Wir Europäer" haben es bisher noch nicht geschafft – und möglicherweise auch gar nicht ernsthaft versucht –, unsere Kunden zur DrupalCon mitzubringen. Die DrupalCon habe ich nie als Plattform gesehen, auf der ich mit potentiellen Kunden in Kontakt kommen kann. Konsequenterweise haben wir unseren Messestand auf der DrupalCon München statt für Werbung für ein interaktives Spiel "DrupalCon Hook Memory" mit der Community genutzt, was uns sicherlich eine Menge Aufmerksamkeit auch außerhalb der europäischen Community beschert hat.

Vor der Veranstaltung hat sich Megan bei mir nach Ansprechpartner innerhalb der deutschen Community erkundigt. Die Drupal Association hat ein starkes Interesse daran, unsere Bedürfnisse zu verstehen und uns zu unterstützen am Markt mit Drupal erfolgreich zu sein.

Wer Feedback oder Ideen hat, findet hier sicherlich Gehör.

comm-press auf der DrupalCon Wien

Aus unseren Team werden in Wien dieses Jahr Marvin, Joachim und ich mit dabei sein.