comm-press: Die Einfach-Macher

Wie aus komplexer Materie eine verständliche und gut nutzbare Website entsteht.

Kunde:
tourbook software GmbH
Projekt:
comm-press: Die Einfach-Macher
Branche:
Tourismus
Leistung:
Entwicklung

Ein Artikel von Manfred Rieder – Geschäftsführer der Tourbook Software GmbH

Radreiseveranstalter leben davon, hochflexible und extrem individuell konfigurierbare Produkte anzubieten.

Das bedeutet, dass wir die vom Veranstalter in unserer Produktbuchungs- und Reiseabwicklungssoftware „Tourbook“ definierten Produktkonfigurationen („Varianten“) gebündelt und strukturiert zur Verfügung stellen. Dabei stehen prinzipiell deutlich mehr Daten zur Verfügung, als unsere Kunden für die vertriebliche Darstellung einer Reise tatsächlich benötigen.

In der Zusammenarbeit von Reiseanbieter, Website-Implementierungspartner und Tourbook wird daher fein abgestimmt, welche Daten über die Schnittstelle (API) an die entsprechende Website ausgespielt und in welcher Form sie übermittelt und präsentiert werden.

Zusätzlich geht es um die Abbildung eines nahtlosen Buchungsprozesses, der mit der erfolgreichen Buchung einer Reise gekrönt wird.

Für das perfekte Zusammenspiel zwischen Drupal-basierenden Websites und der Buchungsplattform setzt die Tourbook Software GmbH dabei auf den erfahrenen und kompetenten Partner comm-press.

Die Herausforderung

Um diese Komplexität importseitig verarbeiten zu können und ein Contentmodell zu schaffen, mit dem Website-Redakteure effizient arbeiten und eine gut navigierbare und verständliche Reisebuchungs-Website aufbauen können – wie zum Beispiel die Seite Bodensee-Radweg, bedarf es eines kompetenten Partners: Sowohl technisch, als auch architektonisch kompetent, stark im Projektmanagement und reich an kommunikativen Fähigkeiten. Das sind die großen Herausforderungen, denen sich ein IT-Unternehmen wie comm-press stellen muss.

Die beschriebene Komplexität ist aus Sicht eines Radreiseveranstalters unabdingbar, denn sie stellt die Basis für die modulare und feingranulare Konfigurierbarkeit einer Reise dar.
Diese erlaubt es dem Endkunden, seine Buchung individuell mit unterschiedlichsten Leistungen an seine speziellen Reisewünsche anzupassen.

Den Endkunden soll all diese Komplexität jedoch verborgen bleiben. Sie sollen auf einer optisch und emotional ansprechenden Website leicht und mühelos suchen, navigieren und schmökern können. Haben sie das für sie perfekte Angebot entdeckt, so sollen sie ihr Rundum-Sorglos-Paket beim Reiseveranstalter unkompliziert bestellen können, um eine tolle Reise zu erleben.

Trotz des hohen Grades an Konfigurierbarkeit muss die Abwicklung einer gebuchten Reise stets erfüllbar bleiben. Dies bedeutet, dass keine Reisekombinationen angeboten werden dürfen, deren Buchbarkeit nicht gesichert ist. Zum Beispiel Hotelkapazitäten, Plätze, Rabatte, etc.

Für diese Herausforderungen suchte die Tourbook Software GmbH einen leistungsstarken Partner.

 

Die Entscheidung für comm-press

Das wesentliche Entscheidungsmerkmal bei der Agenturauswahl, die gemeinsam mit dem Endkunden erfolgte, war die Fähigkeit zur Erfüllung folgender vier Kernanforderungen:

  • Bereitstellung einer Lösung, um stark fragmentierte, technische Reisedaten der Online Reiseangebote redaktionell anzureichern und so optimal aufbereiten zu können.
  • Erfahrung mit Suchtechnologien, um eine schnelle und ergonomische Suche in den umfangreichen Reiseangeboten zu gewährleisten. Dahinter seht natürlich auch das Ziel, eine hohe Conversion für den Reiseveranstalter zu erreichen.
  • Eine nahtlose Integration des Buchungsprozesses in die Website sicher zustellen.
  • Online-Redakteuren und Marketing-Beauftragten der Reiseunternehmen ein genügend flexibles, jedoch nicht zu komplexes Content Management System bereitzustellen.

Sehr schnell stellte sich in der gemeinsamen Jury die Zuversicht ein, dass durch comm-press diese Kernanforderungen zielführend umgesetzt werden können und die ebenfalls entscheidenden kommunikativen Fähigkeiten gegeben sind.

Kommunikativen Fähigkeiten

Auch die Bereitschaft zur Aneignung von „Domänen-Wissen” – damit meine ich die Fähigkeit, die Sprache des Kunden zu erlernen und sein Umfeld zu verstehen – habe ich bei comm-press vorgefunden. Eine unverzichtbare und oftmals unterschätze Voraussetzung, um die Prozesslandschaft von IT-Kunden – und insbesondere die anspruchsvolle Klientel der Reisebranche – kennen zu lernen.

Das beste Technologiewissen hilft nicht weiter, wenn es nicht allen Projektbeteiligten gelingt, eine gemeinsame Sprache zu sprechen.

Im Zuge einer umfangreichen Domänen-Analyse konnten wir ein gemeinsames Glossar und somit ein gemeinsames Verständnis für Begrifflichkeiten erarbeiten. Auf dieser Basis konnte die eigentliche Anforderungsanalyse beginnen. Meiner Erfahrung nach liegt hier der größte Hebel für den Erfolg- oder Misserfolg eines IT-Projektes.

 

Agiles Projektmanagement

Die IT hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neue Vorgehensmodelle im Projektmanagement entwickelt:

  • Spiralmodell
  • V-Modell
  • Wasserfall
  • Agiles Projektmanagement

Auch das Projektmanagement ist wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Umsetzung eines neuen Projektes. Daher habe ich einen weitere besondere Aufmerksamkeit bei der Auswahl des umsetzenden IT-Unternehmens auf die Wahl des richtigen Vorgehensmodells hinsichtlich Agilität vs. Führung gelegt.

Nicht jede Vorgehensweise im Projektmanagement ist passend, insbesondere für eine so komplexe Aufgabe, wie die fein abgestimmte Eingliederung eines Buchungssystems in eine Website eines Reiseveranstalters.

Es zählt das Ergebnis und – um dieses zu erreichen – muss ein Commitment aller am Projekt beteiligten zum Vorgehensmodell vorliegen. Zielführend für die erfolgreiche Umsetzung des Produkts ist eine optimale Eingliederung einzelner Features und ihrer Usability für den Endkunden. Dabei muss man bedenken, dass man ein Optimum nicht planen kann, sondern es sich erarbeiten muss. Dies führt in der Genese eines Projektes dazu, dass Anforderungen sich inhaltlich ändern können, gestrichen werden, neue Features hinzukommen, etc.

Komplexe Projekte unterliegen also einem beständigen Wechsel, daher lassen sie sich nicht wasserfallartig von Anfang bis Ende vorausplanen. Das Wasserfallmodell unterbindet eine permanente Weiterentwicklung und Optimierung einer Gesamtidee im Werdegang eines Projektes per se.

Agiles Projektmanagement, wie zum Beispiel Scrum, welches bei comm-press seit ein paar Jahren stabil eingeführt ist, berücksichtigt diesen Wechsel innerhalb des Entstehungsprozesses, plant diesen ein und bietet durch seine iterative Vorgehensweise ausgezeichnete Steuerungsmöglichkeiten ein Projekt 'auf Kurs' zu halten, auch wenn sich inhaltliche Zielvorgaben verändern.

Die Crux dabei ist, dass ein Kunde – in unserem Falle also ein Reiseunternehmen – in der Regel kein IT-Projektmanagement-KnowHow besitzt und deshalb auch vorab kein Votum zu einem bestimmten Modell geben kann. Es ist ihm schlichtweg nicht bekannt.

Bezüglich Preis und Dauer sind die Vorstellungen meist klarer - und diese somit die am wenigsten agilen Faktoren. Deshalb sind unsere IT-Projekte meist Festpreisprojekte. Ein agiles Festpreisprojekt bewegt sich dann auf der Zeitachse und/oder im Funktionsumfang zwischen dem minimalen einsetzbaren Produkt („MVP“ = Minimum Viable Product) und der Maximalausbaustufe des Projektes.

Ich halte nichts von Firmen, die agiles Projektmanagement aus Gründen vertrieblicher Vorteile, oder um einfach nur "modern" zu wirken, einsetzen. Letzten Endes führt dies zu "Scrum-But" Projekten, bei denen man so tut, als ob man sie agil leitet, das agile Manifest aber nicht lebt. Es gibt Kunden, die nicht agil sind und es auch nie werden - und ebensolche IT-Unternehmen. Das hat seine Berechtigung und ist auch nicht zu kritisieren - es ist nur wichtig, dass ein diesbezügliches Commitment zwischen Dienstleister und Kunden besteht.

Um es mal ganz offen auszusprechen: Es liegen Welten dazwischen, ob ein Unternehmen mal von Scrum gehört hat – oder Scrum tatsächlich im Projektalltag anwendet, so wie dies bei comm-press der Fall ist. Gutes Projektmanagement erkennt, an welchen Stellen ein Kunde Führung braucht und an welchen Stellen agile und explorative Prozesse gefragt sind.

Das comm-press Scrum tatsächlich 'lebt', mit agilem Projektmanagement also hinreichende Erfahrungen gesammelt hat, war für mich ein weiteres entscheidendes Kriterium comm-press unseren Tourbook-Kunden als Implementierungspartner zu empfehlen.

Fazit

Am Schluß – genau genommen jedoch am Anfang der Kette – steht das Nutzungserlebnis des Endkunden. Er soll beim Stöbern auf der Webseite oder beim gezielten Aussuchen einer Reise soviel Spaß als möglich haben - und schlußendlich voller Vorfreude auf den Button ”Buchen" drücken..

Ich bin davon überzeugt: Das haben wir erreicht.

– Manfred Rieder –

 

Über tourbook

Tourbook ist eine maßgeschneiderte Lösung, um Radreise-Buchungen schnell und kundenorientiert zu bearbeiten.

Buchungsprozesse sind kommunikationsintensiv, zeitkritisch und komplex - die enge Integration von Geschäftspartnern und Logistikdienstleistern minimiert die Papierarbeit und ermöglicht es Reiseveranstaltern, in kürzester Zeit auf individuelle Kundenanforderungen zu reagieren. Jährlich werden mehr als 100.000 Transaktionen und > 250.000 Reisende über die Tourbook Buchungsplattform abgewickelt.

Das Produkt „Tourbook” entstand bereits 2006 in einer Erstversion bei der Radweg-Reisen GmbH in Konstanz und wurde von der Toursprung GmbH in Wien weiterentwickelt. Die Tourbook Software GmbH wurde 2013 ausgegliedert und kurz darauf Teil der Eurofun Gruppe (AT), einem Zusammenschluß von 10 der erfolgreichsten europäischen Radreiseveranstalter. Der Firmensitz befindet sich nun in Hamburg-Altona (als shared office mit comm-press).

Über Manfred Rieder

Manfred Rieder (43) ist seit 2010 als freiberuflicher Berater und agiler Projektmanager sowie seit 2015 als Geschäftsführer der Tourbook Software GmbH tätig.

Er ist zertifizierter Scrum Master und Scrum Professional - mit 15 Jahren Projekterfahrung, davon 8 Jahre im Bereich des agilen Projektmanagements.

Bis 2010 war er Projektleiter und Geschäftsfeldentwickler für ein High-End-CMS, sowie Implementierungspartner im deutschen Mediensektor.

Neben Projekten im Mediensektor (z.B. für ARTE) war er auch an IT-Projekten bei o2 Germany, der Daimler AG und dem Deutschen Bundestag / Bundesrat beteiligt.

Agiles Projektmanagement, nachhaltige Produktentwicklung und gewaltfreie Kommunikation (NVC) sind seine Lieblingsthemen.